Kleines Lexikon der holistischen Arbeitsweise
The modern Way of Slowness-Practices
In diesem Artikel findest du eine inspirierende Sammlung moderner Lifestyle-Begriffe, die eine entschleunigte Lebensweise beschreiben. Viele davon sind neue Übersetzungen oder Weiterentwicklungen traditioneller Konzepte – angepasst an die heutige Zeit.
Immer öfters begegnen uns in der Social-Media-Welt neue Begriffe und Hashtags, die zu einem holistisch-modernen Lebensstiel inspirieren. Slowness, Regeneration, bewusste Selbstführung – voll im Trend!
#SlowLiving #SelfCare #HolisticWellness #Mindfulness etc.
Ich finde nicht unbedingt die Hashtags spannend, sondern vielmehr die Begriffe und Konzepte dahinter. Sie helfen uns, Gefühle, Zustände oder Ideen in Worte zu fassen – und sobald etwas benennbar ist, wird es realer, greifbarer und oft auch leichter in unser Leben zu integrieren. Doch diese Ideen sind nicht neu. Sie sind modernisierte Versionen zeitloser Weisheiten aus alten Zeiten, angepasst an unsere heutige Welt – und dadurch plötzlich „trendy“ geworden.
Um eine Übersicht über diese Phänomene zu schaffen, habe ich diese Begriffe gesammelt und zusammengestellt – ein kleines Lexikon für bewusste Selbstständige. Möge es dich inspirieren, deinen eigenen Weg mit mehr Klarheit, Leichtigkeit und Sinn zu gehen.
JOMO (Joy of Missing Out) (Das Gegenteil von FOMO – Fear of Missing Out) – Die tiefe Freude und Entspannung, die entsteht, wenn man bewusst wählt, nicht überall dabei sein zu müssen. Es ist das befreiende Gefühl, eine Gelegenheit zu verpassen – nicht aus Mangel, sondern aus innerer Fülle und Zufriedenheit. Ein Moment der Ruhe, in dem man sich erlaubt, dem eigenen Rhythmus zu folgen, statt dem äusseren Erwartungen gerecht zu werden.
Ich liebe diese Bezeichnung. Seither kann ich diese Momente ganz bewusst geniessen, wenn ich anstelle von einem aufregenden Programm, den Weg zu mir zurück wähle.
Slowpreneurship – Ein achtsames Unternehmertum, das nicht auf Hustle, sondern auf Nachhaltigkeit, langsames und geerdetes Wachstum, Intuition und Balance setzt.
Soft Living – Ein bewusster, sanfter und weicher Lebensstil, der Entschleunigung, Regeneration und emotionale Balance in den Mittelpunkt stellt.
Regenerative Work – bedeutet, Arbeit so zu gestalten, dass sie nicht nur nachhaltig, sondern auch energetisch aufbauend ist – für dich, dein Business und dein Umfeld. Es geht darum, sich nicht auszupowern, sondern in einem natürlichen Rhythmus zu arbeiten, der Wachstum ermöglicht, ohne auszubrennen.
Holistic Work-Life-Blending – ist die Idee, dass Arbeit und Leben nicht getrennt werden, sondern sich harmonisch verweben, was bei Selbständigen sowieso von selber passiert – nun aber ohne dabei auszubrennen oder ständig „on“ zu sein. Es ist das Gegenteil der alten Work-Life-Balance-Idee, bei der Arbeit und Privatleben klar getrennt werden. Stattdessen entsteht eine organische, bewusste Integration von Business, Selbstfürsorge, Familie, Kreativität und Wachstum.
Inner Spaciousness (von Eckhart Tolle) – bedeutet, einen Raum in sich selbst zu schaffen, der frei ist von zwanghaften Gedanken, Stress oder Identifikation. Eckhart beschreibt es als einen Zustand innerer Ruhe und Präsenz, in dem wir nicht nur mit unserem Verstand, sondern mit einem tiefen Bewusstsein verbunden sind.
Cognitive Load Management – Die Fähigkeit, Informationsflut oder obsessives Denken zu reduzieren und mentalen Raum für Ruhe und “Inner Spaciousness” zu schaffen.
Radical Alignment – Sich auf tiefster Ebene mit der eigenen Vision, den Werten und der inneren Wahrheit verbinden.
Somatic Leadership – Ein Führungsstil, der auf Körperwahrnehmung, den Energiezentren (Chakren), Intuition und ganzheitlicher Selbstregulation basiert.
Energetic Capacity – Das bewusste Managen der eigenen Energie, statt nur Zeit- oder To-Do-Listen zu optimieren. Beispiel: Vielleicht fliesst deine kreative Energie oder Fokus morgens besonders gut, während nachmittags Bewegung oder Stille wichtig für dich ist.
Embodied Decision-Making – Entscheidungen aus dem Körpergefühl (Mind-Herz-Bauch Achse) heraus treffen, anstatt nur rational abzuwägen. Beispiel: ein “Full-Body-Yes” ist ein totales JA-Gefühl in dem sich der ganze Körper zu einer Sache oder Entscheidung öffnet und erfreut.
Deinfluencing – Der bewusste Verzicht auf Konsumdruck und FOMO-Marketing, stattdessen ehrliche und nachhaltige Empfehlungen von nahestehenden und vertrauten Personen und Freunden.
Digital Minimalism (Cal Newport) – Weniger Bildschirmzeit, mehr bewusste Inhalte konsumieren und digitale Räume sinnvoll nutzen.
Authenticity Over Aesthetics – Menschen bevorzugen echte, greifbare Inhalte über perfekte, polierte Oberflächen.
Micro-Communities – Kleine, intime Online-Communitys sind wertvoller als riesige Followerzahlen.
Essentialism (von Greg McKeown) – Der Fokus auf das Wesentliche richten, anstatt sich in zu vielen Dingen zu verlieren. „Weniger, aber besser“ – radikale Klarheit darüber, was wirklich zählt. Sich bewusst entscheiden, wofür man seine Energie einsetzt und Ballast loslassen.
The Zone of Genius (von Gay Hendricks) – Der Zustand, in dem du voll in deinem natürlichen Talent und deiner tiefsten Freude arbeitest.
Neue Begriffe – aber keine neuen Ideen!
Diese modernen, fancy Begriffe sind keine neuen Ideen. Es gibt viele alte Konzepte aus Philosophie, Spiritualität und Psychologie, die heute in modernen Begriffen neu interpretiert werden – oft mit einem Fokus auf Softness, Slowness und Achtsamkeit.
Die alten Lehren, gehen in dieser Hinsicht noch etwas tiefer, als unsere modernen Begriffe:
Wu Wei (Laozi) – Wu Wei aus dem Taoismus bedeutet Handeln durch Nicht-Handeln. In den natürlichen Fluss des Lebens eintauchen, anstatt mit Willenskraft oder Manifestation alles zu erzwingen. Den Glauben daran, die Dinge geschehen zu lassen, ohne zwanghaftes Eingreifen.
Eudaimonia (Aristoteles) – Eudaimonia bedeutet wahre Erfüllung oder ein gutes Leben, das auf Tugend, Sinn und Wachstum basiert. Heute würde man dem vielleicht Deep Fulfillment sagen.
Ataraxia (Epikur) – Ist der Zustand der inneren Ruhe, erreicht durch bewusstes Verzichten auf unnötige Reize. Also basically JOMO!
Memento Mori (Stoiker) – „der Gedenke des Todes“ sollte uns daran erinnern, dass das Leben vergänglich ist – als Ansporn, bewusst und tugendhaft zu leben. Heute legen wir den Fokus eher auf das Leben mit Mindful Living, den Moment zu schätzen und sich nicht von Zukunftsängsten oder Stress leiten zu lassen.
Ikigai (Japan) – 生きがい Das, wofür es sich zu leben lohnt – Jenseits der westlichen Interpretation beschreibt Ikigai keine grosse Lebensaufgabe oder Karriere, sondern die kleinen, stillen Freuden des Alltags. Es zeigt sich in subtilen, oft unspektakulären Momenten von Achtsamkeit und Genuss – in einem guten Gespräch, im Vogelgezwitscher am Morgen, einem liebevoll zubereiteten Essen, im Gärtnern, in einer Teezeremonie, in gemeinsamer Zeit mit der Familie oder im einfachen Innehalten, wenn die ersten Sonnenstrahlen den Tag erhellen.
Friluftsliv (norwegisch für „Freiluftleben“) – ist das skandinavische Prinzip, möglichst viel Zeit Draussen in der Natur zu verbringen. Heute könnte man von Nature Grounding oder Waldbaden sprechen, das bewusste Verwurzeln mit der Natur.
Divina Proportione (Leonardo da Vinci) – Ein mathematisches Verhältnis, das in der Natur, Architektur und Kunst immer wieder auftaucht. Doch jenseits der Mathematik verkörperte es auch die Goldene Mitte als Lebensphilosophie – das Streben nach Gleichgewicht in Körper, Geist und Seele.
Aristotelische Mässigung – Aristoteles betonte wie Da Vinci die Goldene Mitte – nicht zu viel, nicht zu wenig, sondern Balance in allem.
Monastic Simplicity (Klosterleben) – Klostertraditionen lebten bewusste Einfachheit: wenig Besitz, wenig Ablenkung mit Fokus auf das Wesentliche.
Eremitentum – Der Archetyp des Einsiedlers (der Eremit), der sich bewusst aus der Gesellschaft zurück zieht, um den inneren Weg und Klarheit zu finden. Bezieht sich auch auf die Tarot Karte, der Eremit.
Bhavana (Sanskrit) – bedeutet inneres Kultivieren, die bewusste Entwicklung von positiven geistigen Qualitäten wie Mitgefühl, Klarheit und Ruhe.
Für mich persönlich ist es so, dass ich viel Wissen über diese Lehren habe, doch die Umsetzung in meinem eigenen Alltag oft herausfordernd ist. Wie gehst du damit um? Ich glaube, der erste Schritt in die richtige Richtung ist, ganz liebevoll mit uns selbst zu sein – ohne Druck, ohne Perfektion. Denn genau aus dieser Sanftheit heraus kann sich vieles auf natürliche Weise entfalten.
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Herzgrüsse,
Sonja